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Da ich mit diesem Artikel ein kleines Jubiläum feiere, dies ist der 100. Beitrag seit Erscheinen des Blogs, möchte ich gleichzeitig einen kleinen Rückblick auf die letzten Wochen halten. Was um Himmels willen ist in die Kamerabranche gefahren? Im Augenblick ist ja ein wenig Ruhe eingezogen, aber was war das im Februar und März? Im Zuge der PMA und der CeBIT jagte eine Kameravorstellung die nächste. Ich denke da nur an die Zehn Neuen von Canon an einem Tag. Es konnte einem richtig schwindlig werden und so mancher Kamerashop-Besitzer wird da noch einiges aufzuarbeiten haben. Auch hier im Blog wird manche Digitalkamera erst jetzt vorgestellt. Wenn ich nichts übersehen habe, sind es inkl. verschiedener Farbenvarianten allein 85 digitale Kompaktkameras gewesen. Das wäre ja vielleicht nicht einmal schlimm, gäbe es da nicht die Kürzelverwirrung. Es wimmelte nur so von teilweise nicht nachvollziehbaren Kamerabezeichnungen wie beispielsweise a10, e10, c533, ex z60, ex z600, a500, f470, v10, v603, w70, dsc h2 und dsc h5. A10 und E10 klingen eher wie Lebensmittelzusätze. Wie wäre es mit etwas Kreativität? Bitte! Es gab Firmen, die haben absolut identische Kameramodelle herausgebracht, bei denen sich lediglich die LCD-Displays um 1/3 Zoll unterschieden. Irgendwie erinnerte mich das an das vorweihnachtliche Lichterkettenaufrüsten in Vorgärten. Sind nur Kinder die Zielgruppe? Kommen wir aber nun zum eigentlichen Punkt meines Ärgers. In den letzten Jahren, als die Kameras allmählich kleiner wurden, dachte ich mir noch: "Die Zielgruppe sind Frauen. Eine nette Kamera für die Damenhandtasche halt. Gut, wir Männer sind halt mal nicht dran. Kann man ja mit leben." Aber mehr als die Hälfte von den jetzt 85 neuen Modellen sind laut Beschreibung nur noch 10 cm breit, 5 bis 6 cm hoch und knapp 2 cm tief. Also bin ich in den Mediamarkt um die Ecke gegangen, um einige mal in die Hand zu nehmen. Nicht nur, dass ich eine Lanze für Menschen mit kräftigen Händen brechen möchte, nein, auch zarte Frauenhände werden Probleme mit dem Halten und Auslösen der Kamera bekommen. Ich rate also dringend, die winzigen Kameras vor dem Kauf mal in die Hand zu nehmen. Zweites Problem: Die kompakten Digis sind oft zu leicht geworden. Drückt man den Auslöseknopf, verreißt man damit schon die Aufnahme, da ein entsprechendes Gegengewicht in Hand und Arm fehlt. Nicht umsonst bringen etliche Kamerahersteller deshalb ein teures System zum Bildstabilisieren in ihren Produkten unter. Also: Bitte darauf achten, ob eine Kamera so etwas besitzt. Das dritte Problem bei den Winzlingen sind die noch viel kleineren integrierten Blitze. Sie sind teilweise so schwach, dass im Telebereich gerade eine Ausleuchtung von 0,6 m erreicht wird. Das ist kein Schreibfehler - gigantische 60 cm. Es gibt auch Ausnahmen. Man sollte also sehr auf die Blitzleistung achten. Denn viele der Kleinen werden als sogenannte Partykameras gehandelt, sind aber den Lichtverhältnissen bei Partys nicht gewachsen. Kommen wir zum Positiven. Es gibt einige Neue, die eine echte Bereicherung für die Fotowelt sind. Da wäre die erhöhte Pixelanzahl von oft 6 bis 8 Millionen, die Poster-Vergrößerungen erlaubt. Einige Kameras weisen eine überdurchschnittlich hohe Lichtempfindlichkeit auf, andere eine sehr gute Rauschunterdrückung. Mein Highlight in diesem Frühjahr war, wenn auch klein und winzig, die Olympus mju 720. Sie übersteht einen Fall aus bis zu 1,5 m Höhe schadlos. Das ist so wichtig bei diesen kleinen Hosentaschenkameras. Außerdem ist sie wasserdicht. Sie hält einen Wasserdruck entsprechend 3 m Tiefe aus. Dies macht sie für mich zur idealen Bade-, Strand- und Familienkamera. Ich bin sehr gespannt, wie sie sich im ersten Test schlägt und wie die Testergebnisse im Detail aussehen. Morgen stelle ich diese Kleine (Link: http://fotoblog.validome.org/news/Olympus-mju-720-SW-102.html)im blog vor. |