"Documents from L. Fritz Gruber and Charles E. Fraser" lautet der Untertitel der retrospektiven Ausstellung, die im Rahmen der photokina 2006 Visual Gallery an die Anfänge der Photokina-Bilderschauen erinnern will. Diese Schauen haben die Photographie in Deutschland nach 1945 entscheidend geprägt, öffneten sie doch für das Medium nach der Zeit der Nazidiktatur das Tor zur Welt. Ihr Beitrag zum Anschluss der jungen westdeutschen Demokratie an die internationale Wertegemeinschaft kann nicht hoch genug gewürdigt werden.  Unter dem Titel "Photokina - The Early Years 1950 - 1956 - Documents from L. Fritz Gruber and Charles E. Fraser" zeigt die Ausstellung Fotografien und Schriftdokumente aus dem Nachlass von Prof. Dr. L. Fritz Gruber, dem Initiator der Photokina-Bilderschauen, und Bilder des in London lebenden Photographen Charles E. Fraser, der diese Ausstellungen bilddokumentarisch über Jahrzehnte begleitet hat. Als "Photo-Kino-Ausstellung" öffnete die neue Messe 1950 ihre Pforten. Das Konzept der Initiatoren, L. Fritz Gruber und Bruno Uhl, war neu und hatte Erfolg: Neben den technischen Neuheiten aus der Photoindustrie wurden erstmals in Bilderschauen kulturelle und gesellschaftliche Leistungen der Photographie als Medium gewürdigt - mit internationaler Perspektive. Es gab Lehrschauen zur Amateur-, Berufs- und Pressephotographie sowie didaktische Ausstellungen zur Geschichte und Anwendung des Mediums. In anderen Bilderschauen wurden Arbeiten international führender Photographen vorgestellt und Pionierleistungen der Photographie gewürdigt. Viele Photographenkarrieren begannen mit einer Bilderschau der photokina. Unter dem Titel fotoform 1950- 1952 wurden avantgardistische Positionen des Inlands (fotoform 1950- 1952) präsentiert, ebenso wurde die "Photographie als Weltsprache" kommuniziert (Life-Photographie 1952, Magnum 1956). Last but not least präsentierten die photokina-Bilderschauen in großen Ausstellungen die Aufnahmen namhafter Photographen, wie August Sander, Irving Penn sowie Dr. Erich Salomon und Ansel Adams und internationale Museumsbestände. Nicht zuletzt wegen der Beliebtheit der Bilderschauen war die Photokina schon Mitte der 1950er Jahre zur international führenden Fachmesse der Photographie geworden, mit einer Ausstellungsfläche von 66.000 Quadratmetern, 502 Ausstellern (Auslandsanteil 28,4 %) und über 170.000 Besuchern im Jahre 1956. Die Ausstellung "Photokina - The Early Years 1950 - 1956 - Documents from L. Fritz Gruber and Charles E. Fraser" wird Ende September während der Photokina zu sehen sein und ist ein Projekt der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) in Kooperation mit dem Historischen Archiv der Stadt Köln, der Koelnmesse und der Prophoto GmbH. (Ka) |